Hausratversicherungspflicht mit Unterstützung für Bedürftige
Die Einführung der Versicherungspflicht wird als „strukturierende und strategische“ Maßnahme dargestellt. Ziel ist es, alle Wohnhäuser und Geschäftsgebäude vor Extremereignissen zu schützen und so die finanziellen und sozialen Folgen im Katastrophenfall zu minimieren.
Die Regierung versichert jedoch, dass es einen Unterstützungsmechanismus für diejenigen geben wird, die sich die Prämie nicht leisten können. Die Idee sei, durch ein Modell, das Eigenverantwortung und kollektive Solidarität verbindet, einen universellen Zugang zu gewährleisten.

„Wir können der Gesellschaft nicht den Eindruck vermitteln, dass der Staat unter allen Umständen alles für jeden bezahlen kann“, betonte Luís Montenegro und plädierte für ein ausgewogeneres System unter Einbeziehung der Versicherungswirtschaft.

Katastrophenfonds nach neuem Modell finanziert
Das neue System sieht außerdem die Einrichtung eines Natur- und Erdbebenkatastrophenfonds vor, der als Instrument zur Reaktion auf Großschadensereignisse dienen soll. Die Finanzierung soll dem von der Aufsichtsbehörde für Versicherungen und Pensionsfonds (ASF) vorgeschlagenen Modell folgen, wobei Beiträge zur obligatorischen Versicherung eine der Hauptquellen darstellen.

Der Gesamtplan der PTRR, der dieser Maßnahme zugrunde liegt, stellt eine Investition von 22,6 Milliarden Euro über neun Jahre dar. Er kombiniert nationale öffentliche Mittel, private Investitionen und EU-Fördergelder und hat bereits Kritik von der Opposition hervorgerufen.

Die Versicherungsbranche begrüßt die lange geforderte Maßnahme. Die Reaktion der Versicherungsbranche war umgehend und positiv. Der portugiesische Versicherungsverband ist der Ansicht, dass die Maßnahme Portugal „an internationale Best Practices anpasst“ und eine besser planbare und effektivere Reaktion auf Extremereignisse ermöglicht. Versicherungsmakler und -agenten heben ebenfalls die potenziell positiven Auswirkungen der Maßnahme hervor, nicht nur im Hinblick auf den Schutz von Familien und Unternehmen, sondern auch auf die Stabilität des Wirtschaftssystems.

Was ändert sich für Hausbesitzer? Aktuelle Daten verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung. Schätzungsweise die Hälfte der Häuser im Land ist nicht versichert. Und selbst bei denjenigen, die versichert sind, liegt der Anteil derer, die gegen Erdbebenrisiken abgesichert sind, unter 20 %. Derzeit ist eine Feuerversicherung nur für Gebäude in Mehrfamilienhäusern obligatorisch und wird üblicherweise von der Eigentümergemeinschaft abgeschlossen. Für einzelne Wohneinheiten besteht keine gesetzliche Versicherungspflicht, obwohl Banken in der Praxis bei Hypothekendarlehen eine Versicherung verlangen.
Mit der neuen Regelung wird der Versicherungsschutz umfassender und obligatorischer, einschließlich Risiken wie Erdbeben und anderen Naturkatastrophen. Dies kann eine erhebliche Veränderung der Belastungen für Eigentümer, aber auch des Schutzes ihrer Vermögenswerte bedeuten. Es bleibt abzuwarten, wie der Vorschlag umgesetzt wird, wie diese Pflicht in der Praxis angewendet wird und welche Auswirkungen dies auf die Finanzen der Eigentümer haben wird.
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